Gefahr für Bahnreisende

Gefahr für Bahnreisende

Am Bahnhof Schlüchtern wird ab Montag, 07. Dezember, kein durchfahrender Zug mehr angesagt. Dies nahm der SPD Ortsbezirk Schlüchtern-Innenstadt am vergangenen Donnerstag (03.12.2015) zum Anlass, sich die Lage vor Ort genauer anzusehen.

Dabei wurde deutlich, dass auch mit Ansagen an den Gleisen zwei und vier eine Gefährdung für die Bahnreisenden besteht: So ist beispielsweise die Sicherheitszone im Vergleich zu früher erheblich verkleinert worden. Darüber hinaus fahren vor allem Intercityzüge sehr leise und schnell durch den Bahnhof. Der Bahnsteig, welcher die Gleise zwei und vier bedient, ist relativ schmal, dadurch sind die Reisenden einer Sogwirkung ausgesetzt. Besonders wenn es dunkel ist, sind die Bahnreisenden gefährdet.

Mit dem Abschaffen der Durchsagen verschlechtert sich die Lage am Bahnhof Schlüchtern weiter.
Aus diesem Grund hat der SPD Ortsbezirk Schlüchtern-Innenstadt gemeinsam mit der SPD-Fraktion Kontakt mit der Deutschen Bahn aufgenommen. Dabei ist auch auf den schlechten Zustand der Unterführung hingewiesen worden. Eine Stellungnahme liegt zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.


Folgendes Anschreiben wurde daher an die Deutsche Bahn AG und den RMV versendet:

Sehr geehrte Damen und Herren der Deutschen Bahn AG,

seit vergangenem Montag werden am Bahnhof Schlüchtern durchfahrende Züge nicht mehr angesagt. Dies wurde bekannt gemacht durch einen entsprechenden Aushang am Bahnhof sowie durch die örtliche Zeitung „Kinzigtal-Nachrichten“.

Wir als SPD Schlüchtern sehen dies kritisch, da dies unserer Meinung nach ein zusätzliches Risiko für Bahnreisende darstellt.

Am Bahnhof Schlüchtern reisen die Pendler von Gleis zwei und vier ab, diese werden durch nur einen Bahnsteig bedient. Dort besteht das größte Risiko eines Personenschadens, da man von beiden Seiten von Zügen erfasst werden kann. Zudem wurden bei den schon länger zurückliegenden Markierungsarbeiten die Mindestabstände zum Gleisrand erheblich verkleinert.

Ein Selbsttest bei einer Begehung vor Ort ergab, dass auch wenn die Züge mit der vorgegebenen Geschwindigkeit den Bahnhof passieren, die Sogwirkung enorm ist. Dies gilt insbesondere für Intercityzüge, die zudem sehr leise sind. Darüber hinaus fahren über diese Gleise auch die Güterzüge, welche zwar laut und entsprechend gut zu erkennen sind, aber eben auch eine erhebliche Gefährdung durch ihre Länge darstellen.

Die automatischen Durchsagen, die seit Montag zu hören sind, weisen nur allgemein auf das Abstandhalten vom Bahnsteig hin, nicht jedoch auf den einzelnen Zug. Zudem sind die Sicherheitsmarkierungen unserer Auffassung nach nicht breit genug.

Schlüchtern ist Schulstandort mit ca. 8000 Schülern, wovon ein großer Anteil mit dem Zug pendelt, durch Smartphones und Musikhören sind diese oft abgelenkt. Entsprechend laute Ansagen der einzelnen Züge werden daher benötigt.

Im Jahr 2010 ereignete sich ein schrecklicher Unfall am Bahnhof Neuhof. Ein junges Mädchen wurde vom einfahrenden Zug erfasst und starb. Wir möchten nicht, dass sich so etwas wiederholt.

Wir bitten Sie in diesem Zusammenhang, die manuellen Durchsagen wieder einzuführen und die Mindestabstandsmarkierung zu verbreitern.

Mit freundlichen Grüßen

Falko Fritzsch, Jörn Hagemann, Helmut Meister, Philipp Lindenblatt
(jeweils unterschrieben)